Start Aktuelles Blamable 0:1-Heimschlappe gegen den Tabellenvorletzten VfL Oldenburg

Blamable 0:1-Heimschlappe gegen den Tabellenvorletzten VfL Oldenburg

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Und ständig grüßt das Murmeltier: Auch gegen den VfL Oldenburg haben es unsere Oberliga-Fußballer nicht geschafft, den zweiten Heimsieg zu landen und damit ihren schier unglaublichen Heimkomplex abzuschütteln. Nach einer schwachen und phasenweise erschütternden Vorstellung unterlagen sie dem Tabellenvorletzten, dem sie in der Hinrunde noch eine 7:0-Lektion erteilt hatten, vor 1100 Zuschauern völlig überraschend mit 0:1. Statt mit einem Erfolg auf Platz acht zu klettern und somit auf einem Qualifikationsrang für die eingleisige Oberliga zu überwintern, gilt es, einen weiteren katastrophalen Rückschlag zu verarbeiten.

Das Tor des Tages für die überglücklichen Gäste erzielte schon in der 10. Minute Mittelfeldregisseur Malte Müller mit einem 18-Meter-Flachschuss direkt neben den linken Torpfosten. Sowohl bei der Vorbereitung dieses Treffers als auch beim Abschluss sah die SVM-Abwehr rat- und tatenlos zu. Dass die Niederlage nicht noch deutlicher ausfiel, lag vor allem an der mangelhaften Chancenverwertung des VfL. So vergab René Weber unmittelbar vor dem Pausenpfiff eine „Tausendprozentige“, als er den Ball aus kurzer Entfernung am langen Eck vorbeischlenzte. Und in der zweiten Halbzeit ließen die nun in die eigene Hälfte zurückgedrängten Oldenburger mehrere hochkarätige Konterchancen ungenutzt.

Auf der anderen Seite verstanden es auch die Meppener Akteure nicht, ihre Großchancen – mindestens ein halbes Dutzend – zu verwerten. Bei der besten Gelegenheit der ersten 45 Minuten köpfte Sebastian Ferrulli den Ball nach einer herrlichen Linksflanke von Marcel Hoppe völlig unbedrängt aus kurzer Distanz am Kasten vorbei. Im zweiten Abschnitt scheiterte Cüneyt Özkan (48.) aus sechs Metern am herausstürzenden VfL-Keeper Nils Reinke, verstolperte Ferrulli in der 79. Minute im Fünfmeterraum nach einem Pass von Jens Robben, drehte Reinke den Ball nach einem Kopfball von Eray Bayraktar (92.) mit einer Glanzparade um den Pfosten und schafften es die SVM-Angreifer in diversen turbulenten Strafraumsituationen nicht, die Kugel über die Linie zu stochern.

Dazu gesellten sich zwei krasse Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Marcus Büsing (Osnabrück). Zunächst zückte er in der 52. Minute nach einem zwar ungestümen, aber nicht tätlichen Einsatz Özkans gegen Gäste-Schlussmann Reinke die rote Karte, wo die gelbe angemessen gewesen wäre. Dann verweigerte er dem SVM fünf Minuten später einen glasklaren Elfmeter, als Rüstem Ersu den eingewechselten Jens Robben im Strafraum geradezu klassisch über die Klinge springen ließ.

Doch an diesen beiden Fehlentscheidungen des Referees lag es sicher nicht, dass das auswärts so völlig anders auftretende Team von Cheftrainer Frank Claaßen einmal mehr vor heimischer Kulisse versagte. Und auch die Tatsache, dass mit Marcus Antczak, Jan-Dirk Riedesel, Stephan Wille und Moritz Steidten gleich vier Stammkräfte fehlten, darf nicht als Entschuldigung gelten. Vielmehr wirkten die meisten Akteure von der ersten Sekunde an ängstlich und verunsichert, produzierten Fehlpässe, Querschläger und Stockfehler en masse. Niemandem kann das Bemühen und der Einsatzwille abgesprochen werden, doch mit wenig systematischem und zumeist ideenlosem Aufbauspiel wurde der Gegner nur selten vor Probleme gestellt.

Die größte Gefahr strahlte noch der agile Marcel Hoppe aus, der in der ersten Halbzeit mehrfach für druckvolle Aktionen auf dem linken Flügel sorgte; später verzettelte auch er sich zunehmend in nutzlosen Einzelaktionen. In der Hintermannschaft vermochte allein der erst 19-jährige Malte Weusthof zu gefallen. Bei seinem ersten Liga-Einsatz über die volle Distanz beschränkte er sich nicht nur auf die Defensivarbeit, sondern schaltete sich mehrfach auch ins Offensivspiel ein und hätte in der 13. Minute mit einem Kopfball nach einem Freistoß von Johan Wigger fast den 1:1-Ausgleichstreffer erzielt.

In der emotionsgeladenen Pressekonferenz nach Spielschluss räumte SVM-Chefcoach Frank Claaßen unumwunden ein, dass sein Ex-Klub „nicht unverdient“ gewonnen habe. Claaßen weiter: „Der VfL hat gezeigt, was Herzblut ist. Bei uns gibt es leider zu viele Spieler, die hohe Ansprüche an sich stellen, sie aber nicht erfüllen. Wir haben uns heute vieles von dem kaputt gemacht, was wir uns zuletzt aufgebaut hatten.“ Schöne Bescherung so kurz vor Weihnachten.

Das SVM-Team des letzten Punktspiels dieses Jahres: Hillebrand – Bruns, Göttsch (46. Bayraktar), Weusthof, Schnettberg – Thalmann (35. Robben), Wigger, Schepers (81. G. Raming-Freesen) – Ferrulli, Özkan, Hoppe.     (vin)

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